BIM: Virtuelles Gebäude

BIM ist das Zauberwort, wenn es um Digitalisierung im Bauwesen oder der Immobilien-Wirtschaft geht. BIM steht für Building Information Modelling. Es beschreibt den Prozess, in dem das digitale Abbild der physischen Daten und Eigenschaften eines Gebäudes erstellt und verwaltet werden. Dabei entsteht ein Gebäude im Grunde dadurch, dass virtuelle und ggf. mit Funktionen ausgestattete Objekte in einer 3D-Umgebung platziert werden.

Eine wichtige Grundlage sind dabei die per CAD erstellten 3D-Zeichnungen der Objekte bzw. Gebäudeteile. Angenommen, entsprechende 3D Zeichnungen sind vorhanden: Wie gut lassen sich die Gebäudeteile, Unterputzleitungen wie Strom und Wasser, Brandschutztüren und Fluchtwege mit Hilfe einer leistungsfähigen Augmented Reality Datenbrille darstellen?

Diese Frage haben wir im Auftrag eines großen Architekturbüros mit Hilfe einer speziell für die Microsoft HoloLens entwickelten Anwendung beantwortet.

Wesentliches Ziel dabei: Vor dem Auge des Betrachters soll das geplante Industriegebäude maßstabsgerecht und im Maßstab 1:1 so präsentiert werden, dass einerseits eine Begehung der virtuellen Räume ermöglicht wird und andererseits Informationen wie erforderliche Brandschutztüren und Hinweise auf die jeweiligen Fluchtwege in das Sichtfeld eingeblendet werden.

Das nebenstehende Video vermittelt einen Eindruck der finalen Lösung: Aufgenommen ist dabei der Blick durch die Augmented Reality Datenbrille und entspricht in etwa dem Bild, das sich im Sichtfeld des Betrachters zeigt.

Da die eingesetzte Microsoft HoloLens über eine sehr gute Sensorik verfügt, bleibt das virtuelle Bild nahezu perfekt im Raum verankert, auch wenn der Betrachter sich bewegt.

Weitere Erläuterungen zu den umgesetzten Funktionen

Das virtuelle Modell wird zunächst im Maßstab 1:36 dargestellt. Auf Knopfdruck - bzw. über die programmierte Gestensteuerung der Microsoft HoloLens - wird das zweigeschossige Gebäude vergrößert und baut sich vor dem Auge des Betrachters im Maßstab von 1:1 auf. Man kann um das Gebäude herum gehen und es von allen Seiten betrachten. Die Ausprägung des Mauerwerks und die dargestellten Gegenstände entsprechen den Entwürfen der CAD Pläne.

Innerhalb des Gebäudes können - ebenfalls über die Gestensteuerung - die Verläufe der Unterputzleitungen sichtbar gemacht werden.

Türen und Wände, bei denen besondere Brandschutzauflagen eingehalten werden müssen, sind rot markiert und werden automatisch eingeblendet, wenn der Benutzer sich den entsprechenden Einrichtungen nähert.

Auf Anforderung werden Pfeile in die Szenerie eingeblendet und zeigen dem Nutzer den Weg, z.B. zu einer bestimmten Gebäudeeinrichtung oder Fluchtwege nach draußen.

Fazit

Insgesamt eine erfolgreiche Umsetzung, die dem Auftraggeber einen erstklassigen Überblick der Möglichkeiten und des technisch Machbaren geben konnte. Einziger Wermutstropfen: Die mit rund 5.000 Euro recht hohen Anschaffungskosten der Microsoft HoloLens.