Digitaler Zwilling - Teil 2: Prüfung gegen die Norm

Bisher sind die Normen nicht maschinenverständlich, das heißt, sie müssen von Menschen gelesen, verstanden und in entsprechende Systeme eingegeben werden. In einem Pilotprojekt mit dem Kompetenzzentrum für elektrotechnische Normung haben wir untersucht, wie sich mittels Augmented Reality Technologie eine Produktprüfung gegen die Norm komplett digital durchführen lässt

Nachdem im ersten Teil des Projekts die grundsätzliche Machbarkeit einer entsprechenden Software-Lösung geklärt wurde, ging es im zweiten Teil um die Umsetzung der Anforderung "Prüfung gegen die Norm".

Dazu haben wir die vorhandene Anwendungslösung - bestehend aus Datenbrille, Server Backend, Schnittstelle und Web-Oberfläche zur Administration - ausgebaut und vervollständigt.

Während im ersten Teil der Umsetzung der vollständige Schaltschrank in Form eines virtuellen Modells dargestellt wurde, ging es nun darum, die in einem realen Bauschrank eingebrachten Teile auf ihren normgerechten Aufbau zu überprüfen. Dazu wird mit Hilfe der Datenbrille und der digitalisierten Rahmendaten der zugrundeliegenden Norm der Prüfungsaufbau über den echten Schaltschrank gelegt. Die Datenbrille erkennt die verbauten Bauteile, gleicht deren Anordnung, Einbauhöhe und sonstige Parameter mit den Vorgaben ab und markiert die jeweiligen Komponenten in grün oder rot.

Das Video zeigt das System während einer Endabnahme in Aktion. Zunächst wird der Prüfungsaufbau (blaue Farbe) über die Bauteile gelegt und automatisch verglichen. Fehlerhafte bzw. nicht normgerecht eingebaute Komponenten werden rot markiert. Zusätzlich kann der Prüfer mittels optischer Kontrolle die Ergebnisse des automatischen Vorgangs kontrollieren und eventuell fein justieren.

Die positiven Erfahrungen und Ergebnisse des Projekts wurden anschließend in eine Blaupause überführt, die als Grundlage für die Erstellung neuer Normen unter dem Aspekt der Maschinenlesbarkeit und -verständlichkeit genutzt werden soll.

Auf der Hannover Messe war dieses Projekt eines der Highlights auf dem gemeinsamen Stand von DKE und INOSOFT: