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500 Jahre Philippinum: Wir bringen das alte Schulgebäude zurück

Das Gymnasium Philippinum Marburg feiert 2027 sein 500-jähriges Bestehen.

1973 fiel das ehemalige Schulgebäude des Gymnasiums Philippinum am Rand der Marburger Oberstadt der Stadtsanierung zum Opfer. Zum Auftakt des Jubiläumsjahres ist es wieder zugänglich – als maßstabsgerechte 3D-Rekonstruktion, die sich im Browser betreten lässt.

Das Gymnasium Philippinum Marburg feiert 2027 sein 500-jähriges Bestehen. Seit der Gründung im Jahr 1527 hat sich die Schule zu einer festen Größe im hessischen Bildungs- und Kulturleben entwickelt – als Ort akademischen Arbeitens, mündiger Bürgerschaft und gelebter Gemeinschaft. Das Jubiläumsjahr wird am 3. September 2026 eröffnet; die Hauptfeierlichkeiten finden vom 4. bis 6. Juni 2027 statt.

Ein Teil dieser Geschichte war bislang nur noch auf Fotografien und in Plänen vorhanden: Das ehemalige Schulgebäude stand auf einer Fläche zwischen Untergasse und Universitätsstraße und wurde 1973 im Zuge der Stadtsanierung abgerissen. Wer heute dort steht, findet keine Spur mehr davon.

INOSOFT hat dieses Gebäude in einer maßstabsgerechten dreidimensionalen Rekonstruktion wieder zugänglich gemacht. Begehbar sind unter anderem das Direktorenzimmer, die Aula und einzelne Klassenräume. Grundlage der Rekonstruktion sind die überlieferten Grundrisspläne, historische Fotografien und die Auskünfte von Zeitzeugen – von Menschen also, die in diesen Räumen unterrichtet oder gelernt haben.

Der Rundgang bleibt dabei nicht bei der Architektur stehen. In die virtuelle Umgebung lassen sich beliebig viele Inhalte einbetten: Texte, Bilder, Videos. Im Direktorenzimmer hängen die Porträts der Direktoren, in der Aula lässt sich die Filmaufnahme des Abistreichs von 1964 abrufen. Das Gebäude ist damit nicht nur Kulisse, sondern Ordnung: Jede Erinnerung steht an dem Ort, an dem sie entstanden ist.

Technisch basiert die Anwendung auf Waypoints, der von INOSOFT entwickelten Technologie für begehbare digitale Räume. Sie läuft vollständig im Browser – ohne Installation, ohne VR-Brille, auf Rechner wie Smartphone.

Die Rekonstruktion ist erreichbar unter: ino.ag/phille

„Dr. Bernhard Rosenkötter vom Philippinum kam mit der Idee auf uns zu, das alte Schulgebäude wieder aufleben zu lassen", sagt Thomas Winzer, Vorstand von INOSOFT. „Er kannte unsere Rekonstruktionen der mittelalterlichen Synagoge und der Synagoge in der Universitätsstraße. Dass das Grundstück des Philippinum an dieselbe Straße grenzte, war für uns ein zusätzliches Argument."